Claudia Maschek | Künstlerin | Performance | Butoh Tanz | Wortbilder
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Die Sehnsucht

 

hat mich wach geküsst

aus meinem Traum.

 

In roten Schuhen,

weich wogendem Gang

durchschritt sie meinen Traum.

 

Nun bin ich wach,

will das Fest der Sinne feiern,

das Leben tanzen,

bis ich müde werde,

mich zurückbegebe

in meinen Schlaf.

 

Um zu träumen.

 

Von der Liebe.

 

Von Dir.

Sehne ich weil ich liebe?

Liebe ich weil ich sehne?

Lebe ich weil ich liebe?

Lebe ich weil ich sehne?

 

Am Ende steht der Anfang.

Am Anfang steht das Ende.

Weil ich liebe lebe ich.

Ich lebe weil ich liebe.

 

Es liebt mich.

Ich lebe, weil es mich liebt.

Am Ende steht der Anfang.

Momente,

in denen das Vertrauen

an das Leben,

an dich –

absolut sind.

Geschenke, Nahrung für meinen Acker,

den ich immer wieder

neu bepflanze.

Zeiten, in denen die Ernte reich und üppig

aber auch Zeiten der Dürre,

in denen ich verzweifelt Ausschau halte,

nach Regenwolken suche,

tanze, um dich zu beschwören

meinem Acker das Leben zurück zugeben.

 

In der Erde suche ich

nach aufgehenden Samen,

Keimlingen der erneuten Liebe –

 

zu dir,

 

um sie zu hegen,

wieder und wieder

zur Blüte zu bringen.

Worte wie Perlen,

aus deinem Mund.

Ich küsse sie von deinen Lippen,

reihe sie auf zu einer Kette,

um mich mit ihr zu schmücken.

 

Worte wie Perlen auf einer Kette.

Ich habe sie für dich gefunden.

Jedes einzeln für dich aufgereiht,

um sie dir zu schenken.

 

Worte wie Bilder.

Ich male Worte in den Sand.

Schenke sie dir, dass sie zum Leben erwachen.

Hauche sie über meine Lippen,

lass sie in der Sonne fliegen.

Ich schmücke dich mit Worten.

Ziehe dir ein Festgewand an,

geschneidert aus Worten.

 

Setze dir eine Krone aus Worten auf dein Haupt,

und mache dich zu meinem Bräutigam.

Ein Gedanke löst

sich aus meinem Kopf,

springt dir entgegen als lustvolles Wort.

 

Setzt sich dir auf die Nase

und kitzelt dich wach.

 

An diesem grauen Novembermorgen

soll er dir Freude schenken.

 

Komm wir stellen ihn in eine Vase,

als freudiges Zeichen.

 

An diesem ach so grauen Tag,

wird er unsere Seelen wärmen.

 

 

Ein Meer aus Worten
gesammelt in der Zeit.

 

Ein Wort sitzt in deinem Mund,
rollt auf meine Lippen.

 

Es springt dir entgegen,
du saugst es auf.

 

PerlenWorte rollen mir entgegen.
Weil ich liebe lebe ich.

Wir finden die Worte
in dieser Sternennacht.
Verweben sie zu einem Netz
aus Tänzen und Klängen.

 

Für Dich,
du Göttin der Nacht.

 

Im lauen Morgenwind
ein leises Zittern der Blätter.
Kaum hörbar.

 

Warmer Wind streicht über deinen Körper,
entlockt ihm ein Lächeln.

 

Der Morgengesang einer Amsel
dringt langsam an dein Ohr,
und deine Seele singt mit ihr.

 

Der Frühling kehrt zurück.

Ich schenke dir mein Lächeln.
Es soll dich begleiten an diesem Tag.

Sommersonnentag

 

Worte,
Wortfetzen,
neben mir, über mir, hinter mir.

 

In der Luft ein Hubschrauber.
Autos, Motorräder auf der Straße.

 

Ein schreiendes Kind.

 

Auf dem Asphalt schwitzt schweigsam ein Eis vor sich hin.
Schäumende Wogen in einem Meer aus Geräuschen…
nicht wirklich kühlend.

 

Was für ein herrlicher Sommersonnentag.
Wir sitzen uns gegenüber.
Mein Hund mit einer großen Sonnenbrille und einem breiten Grinsen im Gesicht. Meine Schildkröte mit aufgespanntem Sonnenschirm, schlürft ihre Sommersonnenlimonade, in ihrem Haus war es viel zu eng und zu warm an diesem Tag und ich, mit einer Krone auf dem Kopf, die Prinzessin des herrlichen Sommersonnentages.

 

Wir schweigen.
Um uns herum wird alles schon gesagt.
Die Hitze der Worte lässt uns immer träger werden. Wir schwimmen in dem Meer der Worte und kühlen uns in unserem Schweigen.

 

Was für ein herrlicher Sommersonnentag.
Nein, wir müssen wirklich nicht immer zum Frühstück nach Venedig fliegen.

der stille mond

 

bea´s wohnung ist abgesoffen.
bea räumt ihre wohnung aus,
bezieht ein übergangsquartier.

 

edith hat sich ein zimmer in köln,
in einer WG gemietet.
edith richtet sehr langsam ihr zimmer ein.
ihr mann weiß nichts davon.

 

clara hat ein atelier gemietet.
clara räumt, für den umzug ins atelier,
ihre sachen zusammen.
clara musste das atelier wieder räumen.

 

der volle mond steht am himmel, schaut einfach nur zu.

Der Traum fährt mit dem Zug.
Wo hat er denn den Hut?
Wieso fehlt ihm nur der Mut?

 

Immer noch tanzen wir durch die Straßen, mit leeren Hüten und vollen Tüten.
Es springt das Känguru im Kreis uns pfeift.

 

Ein Spatz mit Spazierstock, ein Frühlingslied pfeifend, streift über die Straße.
Die Maultrommel in der Tüte brummt mürrisch vor sich hin.
Einen leeren Teller wollen wir heute füllen mit ihrem Brüllen.
Damit es ein Festtagsschmaus wird, holen wir Girlanden für die Teller.
Eine Kerze brennt im Sonnenschein.
Oh wie fein, sagt Herr Klein, da können wir mächtig feiern mit Eiern.
Die Mäuse bringen den Lochkäse, in denen sitzen die Kleinsten und halten Festtagsschmaus.
Drum muss ich jetzt raus, Blumen für die Deko holen und den Fisch für die Katz.
Die kommt mit Schlabberlatz und ihrem Napf. Schaut mit großen Augen …, braucht sie Messer und Gabel oder geht es auch so?
Unter dem Schnee liegen verborgen Gedankenkrümel, Fantasien und Sehnsüchte.
Wenn der Schnee schmilzt können wir unsere Liebe daran aufhängen.